Antworten auf typische Fragen zu BonVenture


Wissenswertes zu BonVenture, zu unserer Arbeitsweise und zum Konzept sozialen Risikokapitals.

FAQs

Gibt es in Deutschland und Europa zu BonVenture vergleichbare Organisationen?

BonVenture ist ein sozialer Venture Capital Fonds. Nach Kenntnis der BonVenture gibt es nur wenige vergleichbare Fonds im deutschsprachigen Raum (z.B. Auridis gGmbH). Auch in Europa sind Vertreter diesen Typs nicht sehr zahlreich – Oltre Venture (Italien), VentureSome und Bridges Ventures (UK) sowie Noaber (Niederlande) gehören zu den wenigen Ausnahmen. Zu den Organisationen, die sich in Europa auf die Unterstützung von Sozialunternehmern konzentrieren, zählen z.B. Ashoka, Canopus Foundation und die Schwab Foundation for Social Entrepreneurship. Ähnliche Ziele verfolgen einige operative Stiftungen wie die Eberhard von Kuenheim Stiftung. Mit allen erwähnten Organisationen pflegt die BonVenture intensiven Kontakt und Informationsaustausch.

Können Organisationen mit sozialem Geschäftszweck hohe finanzielle Renditen erwirtschaften?

Ein Teil ist durchaus in der Lage, entweder profitorientiert zu arbeiten (jedoch steht die Maximierung der finanziellen Rendite nicht im Mittelpunkt) oder durch strategische Kooperationen bzw. ergänzt um wirtschaftlich agierende Geschäftsbereiche (welche die Zielerreichung finanzieren) zumindest unabhängig zu agieren oder sogar eine finanzielle Rendite zu erwirtschaften.

Wie sehen die typischen Konditionen für Investitionen im sozialen Bereich aus?

Sie unterscheiden sich nicht wesentlich von denen traditioneller Venture Capital Engagements. Bei den BonVenture (BV) Fonds ist jedoch hervorzuheben, dass bei der Prüfung der Projekte vor einem Engagement und beim Reporting der soziale Mehrwert eine zentrale Rolle spielt. Dadurch können die BV Fonds auch Projekte unterstützen, deren finanzielle Rendite unter der von traditionellen Venture Capital Gesellschaften geforderten liegt.

Welche Beträge investiert BonVenture durchschnittlich in welchem Zeitraum?

Im Schnitt investieren die Fonds TEUR 200 – 1.000 (ggf. über mehrere Finanzierungsrunden). So umfasst das gesamte Portfolio insgesamt mindestens 15 bis 20 Beteiligungen, wobei maximal 15% des Zeichnungskapitals in ein Projekt investiert werden dürfen. Je nach Entwicklungsphase soll die Kapitalbindung zwischen 3 (Expansionsfinanzierungen) und 8 Jahren (Gründungsfinanzierungen) liegen.

Gibt es genügend relevante Projekte, in die investiert werden kann?

Ja, mit steigender Tendenz. In den letzten 10 Jahren wurden über 4.000 Projektangebote geprüft.

Welche Möglichkeiten zur Beendigung eines Engagements bestehen für soziale Investitionen?

Neben den üblichen Exitstrategien für profitorientierte Projekte wie Verkauf oder Rückzahlung des Dahrlehens aus Erträgen, existieren für Non-Profit-Projekte auch noch folgende Exitstrategien: das Finden neuer Investoren/dauerhafter Spender als Ersatz für bisherige Geldgeber, die Umsetzung von Strategien, die langfristig unabhängig machen und die Sicherung der Finanzierung durch Fremdkapital. Ebenfalls möglich ist der Zusammenschluss mit profitorientierten Unternehmen oder anderen Projekten sowie der Transfer des Projekts in eine andere Unternehmung. Auch der Rückkauf der Anteile durch das Management oder der Abschluss bzw. die Einstellung des Projekts sind denkbar.

Wie betreut BonVenture die unterstützten Organisationen?

BonVenture betreut die Portfolio-Projekte durch Projektmanager, externe Dienstleister sowie ehrenamtliche Experten und Helfer. Schwerpunkte sind Finanzen/Finanzierung, Strategie und Organisation, Vertrieb und Marketing sowie Netzwerk und Kontakte. Diese Unterstützung dient dazu, die Ziele der BonVenture Gruppe zu erreichen: Professionalisierung von Sozialunternehmen und Konzepten sowie die Optimierung des Social Impacts. Weitere Ziele sind Risikominimierung der Investitionen, das Erreichen und Umsetzen von Meilensteinen sowie die Organisation von Folgefinanzierungen zusammen mit Ko-Investoren.

Müssen die sozialen Organisationen Sicherheiten stellen?

Falls möglich, lässt sich BonVenture beim Eingehen von Engagements Sicherheiten gewähren. In der Regel ist allerdings zu erwarten, dass die Portfolio-Projekte oder Social Entrepreneurs keine Sicherheiten stellen können.

Warum werden die Organisationen nicht von den Ländern oder dem Staat unterstützt?

Zum einen kann gerade die Unabhängigkeit ein Ziel eines Projekts sein. Zum anderen ist es häufig nicht möglich, eine Unterstützung von öffentlicher Seite zu erhalten, da diese nicht in den Aufgabenbereich von Bund oder Ländern fällt. Es ist allerdings möglich, Ko-Investitionen mit Bundes- oder Ländervertretungen einzugehen bzw. öffentliche Fördermittel für Projekte zu beantragen.

Welche Bereiche schließt BonVenture aus?

Projekte, die keinen positiven sozialen, ökologischen oder gesellschaftlichen Einfluss erzielen. Dazu zählen insbesondere Projekte/Unternehmen aus den Bereichen Suchtmittel (z.B. Herstellung und Vertrieb von Alkohol, Tabakwaren), Kernenergie, Rüstung etc. Weiterhin solche, die Kinderarbeit nicht ausschließen oder eine politisch/fundamentalistische Orientierung haben. Ausgeschlossen sind auch Organisationen mit parteipolitischer Ausrichtung, Projekte, bei denen bisherige Geldgeber nur abgelöst werden, Turn-arounds (d.h. Sanierungsfälle) sowie Infrastruktur- oder Immobilienfinanzierungen. BonVenture unterstützt keine Projekte in der Ideen-Phase oder lokal begrenzte bzw. nicht multiplizierbare Vorhaben. Auch Projekte großer Träger sind ausgeschlossen.

Wie sichert BonVenture die Herkunft der Mittel? Wer sind die Investoren?

In der Regel stammen die Einlagen in die BonVenture von vermögenden Privatinvestoren. Sie haben die Gelder durch erfolgreiche unternehmerische Tätigkeit in der Vergangenheit erwirtschaftet. Nun wollen sie einen Teil davon im Rahmen der von ihnen übernommenen sozialen Verantwortung möglichst zielgerichtet, effizient und transparent für die Gesellschaft und Region einsetzen, in der dieses Vermögen entstanden ist. Für potenzielle Investoren, die BonVenture nicht persönlich bekannt sind, sind entsprechende Referenzen zu stellen. BonVenture vermeidet es insbesondere, Gelder aus rechtlich unklaren Quellen als Einlagen zu akzeptieren.

Ist die BonVenture Gruppe bzw. sind ihre Fonds ein Non-Profit Unternehmen?

Die BonVenture Management GmbH selbst ist ein Sozialunternehmen. Ziel der ersten beiden Fonds war der reale Kapitalerhalt. Für den dritten Fonds wurde aufgrund der Erfahrungen der ersten beiden Fonds eine Renditeerwartung ausgegeben. Die Gewinne der Investoren werden dabei nach Abzug der Steuern auf freiwilliger Basis an die BonVenture gGmbH oder eine andere gemeinnützige Organisation gespendet.

Welche Gesellschaften bilden aktuell den Unternehmensverbund der BonVenture Gruppe?

Die Fondsgesellschaften BonVenture I GmbH & Co. KG (BV I), BonVenture II GmbH & Co. KG (BV II), BonVenture III GmbH & Co. KG (BV III), der MRI-Pilotfonds GmbH & Co. KG (MRI-P) und die gemeinnützige Gesellschaft BonVenture gemeinnützige GmbH (BV gGmbH). Die BonVenture Management GmbH verwaltet die BV I, die BV II, BVIII, den MRI-P und die BV gGmbH; darüber hinaus werden die Gesellschaften von den Beirats-, Investitionskomitees- bzw. Kuratoriumsmitgliedern betreut.

Wer hat BonVenture initiiert?

Initiatoren der BonVenture sind die Gründerinvestoren (eine Gruppe von Privatinvestoren).

Welche finanziellen Renditeerwartungen hat BonVenture?

Die finanzielle Renditeerwartung bei der Vergabe von Mitteln ist abhängig von der Art der Finanzierung (Eigenkapital, Mezzanine, Darlehen, etc.) und der Risikostruktur des Engagements und bewegt sich auf marktüblichen Sätzen; auf Fondsebene wird in den aktuell in der Investitionsphase stehenden Fonds neben einer möglichst positivien sozialen Rendite auch von einer positiven Finanzrendite ausgegangen.

In welche Bereiche investiert BonVenture?

Zielgruppen und Zielbereiche der BonVenture sind:

  • Innovative soziale Dienstleistungen und Produkte für gesellschaftliche Randgruppen, für Arbeit und Ausbildung sowie im Bereich Kinder, Jugend, Senioren
  • Gesellschaftliche Aufklärung und Entwicklung
  • Ökologie: neue ökologische Technologien und Dienstleistungen, Natur- und Artenschutz, Ernährung und Verbraucherschutz, Umweltschutz.

In welchen Phasen und Regionen investiert BonVenture?

BonVenture investiert im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) in Organisationen in der Gründungs-, Aufbau- und Expansionsphase.

In welche Organisationsformen investiert BonVenture?

Investitionskriterien sind neben dem Vorhandensein motivierter und engagierter Gründer, die eine Innovation umsetzen wollen (Social Entrepreneurs): ein überzeugendes Geschäftsmodell für ein Projekt mit unmittelbarem sozialen oder ökologischen Geschäftszweck, das sich langfristig selbst tragen kann, die Vorteilhaftigkeit des Konzeptes gegenüber anderen Lösungen sowie eine durchdachte Finanzplanung und ein finanzielles Reporting. Von zentraler Bedeutung sind außerdem ein darstellbarer Social Impact, der Modellcharakter des Projekts sowie die Multiplizierbarkeit des Geschäftsmodells. Ko-Investoren und eine Syndizierung mit anderen Investoren und Experten sind ausdrücklich erwünscht. Die laufende Überprüfung und gegebenenfalls Anpassung der Investitionskriterien erfolgt durch den Beirat.

Was unterscheidet BonVenture von anderen Venture Capital Fonds?

BonVenture achtet bei der Prüfung und Umsetzung von Projekten vorrangig auf den sozialen, ökologischen und gesellschaftlichen Mehrwert und sieht die finanzielle Rendite als notwendige Nebenbedingung.

Wie unterscheidet sich BonVenture von Stiftungen?

Von reinen Förderstiftungen unterscheidet sich BonVenture insbesondere durch die nachhaltige und aktive Unterstützung von Projekten. Die Grenze zu operativen Stiftungen liegt sicherlich näher. BonVenture unterscheidet sich aber auch von diesen durch den langfristigeren Ansatz. Dazu gehört die Konzentration auf Projekte, die sich auf Dauer selbst tragen und damit unabhängig agieren können. Weitere Kennzeichen sind die Anpassungsfähigkeit bei geänderter Marktsituation (der Wille eines Stifters ist nur bedingt änderbar) und die höhere Flexibilität des Gesamtkonstrukts. Zudem bietet die BonVenture Gruppe einer Reihe von Personen eine gemeinsame Basis, um ihre gemeinnützigen Aktivitäten mit maximaler Effizienz zu bündeln und umzusetzen.