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FAQs

Fragen zum Thema soziale/ökologische Investitionen und Social Responsibility

Was ist ein Social Entrepreneur?

Social Entrepreneurs (auch: Sozialunternehmer) sind kreative, unternehmerisch denkende Persönlichkeiten, die ein soziales Projekt mit Kraft, Engagement, hoher Motivation und Identifikation führen. Ihr Ziel sind nachhaltig positive Veränderungen im sozialen, ökologischen oder gesellschaftlichen Bereich.

Was ist unter sozialen Investitionen und sozialer Verantwortung zu verstehen?

Die Definition von sozialer Verantwortung ist subjektiv geprägt. Sie sollte jedoch die jeweilige individuelle Einstellung zur Übernahme von Verantwortung gegenüber Mitmenschen, Gesellschaft und Umwelt zum Ausdruck bringen. Soziale Investitionen sind finanzielle Engagements (Eigenkapital, Darlehen, etc.) in Organisationen bzw. Projekte mit sozialem Geschäftszweck.

Was bedeutet "Social Impact"?
Social Impact ist der erzielte Einfluss auf nicht monetäre Ziele, also das soziale, ökologische oder gesellschaftliche Ergebnis der Projektarbeit.

Wie wird "Social Impact" gemessen?
Bisher existiert kein Rahmen oder Schema zur allgemein anerkannten, objektiven Messung von Social Impact. Auf Projektebene gibt es Ansätze, insbesondere aus den USA, zur individuellen Messung sogenannter Key-Performance-Indikatoren. Sie sollen den Social Impact zumindest subjektiv zumindest kommunizierbar machen.

Gibt es in Deutschland und Europa zu BonVenture vergleichbare Organisationen?
BonVenture ist ein sozial verantwortlicher Venture Capital Fonds. Nach Kenntnis der BonVenture gibt es nur wenige vergleichbare Fonds im deutschsprachigen Raum (z.B. Auridis gGmbH). Auch in Europa sind Vertreter diesen Typs nicht sehr zahlreich – Oltre Venture (Italien), VentureSome und Bridges Community (UK) sowie Noaber (Niederlande) gehören zu den wenigen Ausnahmen. Zu den Organisationen, die sich in Europa auf die Unterstützung von Social Entrepreneurs konzentrieren, zählen z.B. Ashoka, Canopus Foundation und die Schwab Foundation for Social Entrepreneurship. Ähnliche Ziele verfolgen einige operative Stiftungen wie die Bertelsmann Stiftung oder die Eberhard von Kuenheim Stiftung. Mit allen erwähnten Organisationen pflegt die BonVenture intensiven Kontakt und Informationsaustausch.

Welchen finanziellen Profit erwarten vergleichbare Organisationen?

Bei den erwarteten finanziellen Renditen weisen vergleichbare Fonds in den USA eine große Spannweite auf. Sie reicht von der reinen Mittelvergabe ohne Rückzahlung (Venture Philanthropy) bis zur bei klassischen VC-Fonds üblichen Rendite von 10-20% p.a. und mehr.

Können Organisationen mit sozialem Geschäftszweck hohe finanzielle Renditen erwirtschaften?
Ein Teil ist durchaus in der Lage, entweder profitorientiert zu arbeiten (jedoch steht die Maximierung der finanziellen Rendite nicht im Mittelpunkt) oder durch strategische Kooperationen bzw. ergänzt um wirtschaftlich agierende Geschäftsbereiche (welche die Zielerreichung finanzieren) zumindest unabhängig zu agieren oder sogar eine finanzielle Rendite zu erwirtschaften.

Wie sehen die typischen Konditionen für Investitionen im sozialen Bereich aus?

Sie unterscheiden sich nicht wesentlich von denen traditioneller Venture Capital Engagements. Bei den BonVenture (BV) Fonds ist jedoch hervorzuheben, dass bei der Prüfung der Projekte vor einem Engagement und beim Reporting der soziale Mehrwert eine zentrale Rolle spielt. Dadurch können die BV Fonds auch Projekte unterstützen, deren finanzielle Rendite deutlich unter der von traditionellen Venture Capital Gesellschaften geforderten liegt.

Welche Beträge investiert BonVenture durchschnittlich in welchem Zeitraum?
Im Schnitt investieren die Fonds TEUR 200 – 1.000 (ggf. über mehrere Finanzierungsrunden). So umfasst das gesamte Portfolio insgesamt mindestens 15 bis 20 Beteiligungen, wobei maximal 15% des Zeichnungskapitals in ein Projekt investiert werden dürfen. Je nach Entwicklungsphase soll die Kapitalbindung zwischen 3 (Expansionsfinanzierungen) und 8 Jahren (Gründungsfinanzierungen) liegen.

Gibt es genügend relevante Projekte, in die investiert werden kann?

Ja, trotz einer bisher zurückhaltenden Informationspolitik von Seiten der BonVenture Gruppe sind – mit steigender Tendenz – in den letzten sechs Jahren rund 2.000 Projektangebote eingegangen.

Welche Möglichkeiten zur Beendigung eines Engagements bzw. welche Exitmöglichkeiten bestehen für soziale Investitionen?

Neben den üblichen Exitstrategien für profitorientierte Projekte wie Verkauf oder Rückzahlung des Dahrlehens aus Erträgen existieren für Non-Profit-Projekte auch noch folgende Exitstrategien: das Finden neuer Investoren/dauerhafter Spender als Ersatz für bisherige Geldgeber, die Umsetzung von Strategien, die zusätzliche Umsätze und Erträge bilden und damit langfristig unabhängig machen und die Sicherung der Finanzierung durch Fremdkapital. Ebenfalls möglich ist der Zusammenschluss mit profitorientierten Unternehmen oder anderen Projekten sowie der Transfer des Projekts in ein anderes Projekt. Auch der Rückkauf der Anteile durch das Management oder der Abschluss bzw. die Einstellung des Projekts sind denkbar.

Wie betreut BonVenture die unterstützten Organisationen?

BonVenture betreut die Portfolio-Projekte durch Projektmanager, externe Dienstleister sowie ehrenamtliche Experten und Helfer. Schwerpunkte sind Finanzen/Finanzierung, Strategie und Organisation, Vertrieb und Marketing sowie Netzwerk und Kontakte. Diese Unterstützung dient dazu, die Ziele der BonVenture Gruppe zu erreichen: professionelle Umsetzung von Projekten und Konzepten sowie die Optimierung des Social Impacts. Weitere Ziele sind Risikominimierung der Investitionen, das Erreichen und Umsetzen von Meilensteinen sowie die Organisation von Folgefinanzierungen zusammen mit Koinvestoren.

Müssen die sozialen Organisationen Sicherheiten stellen?
Falls möglich, lässt sich BonVenture beim Eingehen von Engagements Sicherheiten gewähren. In der Regel ist allerdings zu erwarten, dass die Portfolio-Projekte oder Social Entrepreneurs keine Sicherheiten stellen können.

Warum werden die Organisationen nicht von den Ländern oder dem Staat unterstützt?

Zum einen kann gerade die Unabhängigkeit ein Ziel eines Projekts sein. Zum anderen ist es häufig nicht möglich, eine Unterstützung von öffentlicher Seite zu erhalten, da diese nicht in den Aufgabenbereich von Bund oder Ländern fällt. Es ist allerdings möglich, Koinvestitionen mit Bundes- oder Ländervertretungen einzugehen bzw. öffentliche Fördermittel für Projekte zu beantragen, solange die Unabhängigkeit der Projekte gewährleistet bleibt.


Fragen zur BonVenture Gruppe


Welche Bereiche schließt BonVenture aus?

Projekte, die keinen positiven sozialen, ökologischen oder gesellschaftlichen Einfluss erzielen. Dazu zählen insbesondere Projekte/Unternehmen aus den Bereichen Suchtmittel (z.B. Herstellung und Vertrieb von Alkohol, Tabakwaren), Kernenergie, Rüstung etc. Weiterhin solche, die Kinderarbeit nicht ausschließen oder eine politisch/fundamentalistische Orientierung haben. Ausgeschlossen sind auch Organisationen mit parteipolitischer Ausrichtung, Projekte, bei denen bisherige Geldgeber nur abgelöst werden, Turn-arounds (d.h. Sanierungsfälle) sowie Infrastruktur- oder Immobilienfinanzierungen. BonVenture unterstützt keine Projekte in der Ideen-Phase oder lokal begrenzte bzw. nicht multiplizierbare Vorhaben. Auch Projekte großer Träger sind ausgeschlossen.

Wie sichert BonVenture die Herkunft der Mittel? Wer sind die Investoren?
In der Regel stammen die Einlagen in die BonVenture von vermögenden Privatinvestoren. Sie haben die Gelder durch erfolgreiche unternehmerische Tätigkeit in der Vergangenheit erwirtschaftet. Nun wollen sie einen Teil davon im Rahmen der von ihnen übernommenen sozialen Verantwortung möglichst zielgerichtet, effizient und transparent für die Gesellschaft und Region einsetzen, in der dieses Vermögen entstanden ist. Für potenzielle Investoren, die BonVenture nicht persönlich bekannt sind, sind entsprechende Referenzen zu stellen. BonVenture vermeidet es insbesondere, Gelder aus rechtlich unklaren Quellen als Einlagen zu akzeptieren und ergreift alle möglichen Maßnahmen, um dies zu verhindern.

Ist die BonVenture Gruppe bzw. sind ihre Fonds ein Non-Profit Unternehmen?
Der Non-Profit-Ansatz wird auf der Ebene der Investoren verfolgt. Allerdings ist beabsichtigt, auf Ebene der Fonds Gewinne zu erzielen. Klares Ziel der Fonds ist der reale Kapitalerhalt. Gewinne sollen die Investoren im Rahmen ihrer jeweiligen individuellen Möglichkeiten der BV gGmbH für deren gemeinnützige Zwecke zuwenden.

Welche Gesellschaften bilden aktuell den Unternehmensverbund der BonVenture Gruppe?
Die Fondsgesellschaften BonVenture I GmbH & Co. KG (BV I), BonVenture II GmbH & Co. KG (BV II), die gemeinnützige Gesellschaft BonVenture gemeinnützige GmbH (BV gGmbH) und die Verwaltungsgesellschaft BonVenture Management GmbH (BVM). Die BonVenture Management GmbH verwaltet die BV I, die BV II und die BV gGmbH; darüber hinaus werden die Gesellschaften von den Beirats- bzw. Kuratoriumsmitgliedern betreut.

Wer hat BonVenture initiiert?

Initiatoren der BonVenture sind die Gründerinvestoren (eine Gruppe von Privatinvestoren), d.h. die Investoren des ersten Closings und die aktuellen Beiräte der BonVenture Management GmbH.

Welche finanziellen Renditeerwartungen hat BonVenture?

Die finanzielle Renditeerwartung an Portfolio-Projekte liegt bei mind. 6-10% p.a. (je nach Investitionsstand der Fonds), um nach Deckung der Kosten und etwaiger Ausfälle zumindest den Kapitalerhalt auf Fondsebene zu erreichen. Grundsätzlich werden Rückflüsse aus Engagements der Fonds sowie Gewinne – soweit steuerlich möglich – an die BV gGmbH gespendet.

Wie erfolgt die Gewinnverteilung bei den BV Fonds?

Die Zuweisung eventueller Gewinne erfolgt an die Gesellschafter im Verhältnis der gezeichneten Kommanditeinlage. 50% der ausschüttungsfähigen Gewinne werden an die BV gGmbH zugewendet. Die restlichen 50% werden den Kommanditisten zugewiesen, um ggf. individuelle Steuerverpflichtungen aus der Gewinnzuweisung zu decken. Zuweisungen an Kommanditisten, die nicht zur Begleichung von Steuerverpflichtungen verwendet werden, sollten ebenfalls an die BV gGmbH gespendet werden, sodass 100% der Gewinne an die BV gGmbH fließen.

In welche Bereiche investiert BonVenture?

Zielgruppen und Zielbereiche der BonVenture sind:

  • Innovative soziale Dienstleistungen und Produkte für gesellschaftliche Randgruppen, für Arbeit und Ausbildung sowie im Bereich Kinder, Jugend, Senioren
  • Gesellschaftliche Aufklärung und Entwicklung
  • Ökologie: neue ökologische Technologien und Dienstleistungen, Natur- und Artenschutz, Ernährung und Verbraucherschutz, Umweltschutz

In welchen Phasen und Regionen investiert BonVenture?
BonVenture investiert im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) in Organisationen in der Gründungs-, Aufbau- und Expansionsphase.

In welche Organisationsformen investiert BonVenture?
Investitionskriterien sind neben dem Vorhandensein motivierter und engagierter Gründer, die eine Innovation umsetzen wollen (Social Entrepreneurs): ein überzeugendes Geschäftsmodell für ein Projekt mit unmittelbarem sozialen Geschäftszweck, das sich langfristig selbst tragen kann, die Vorteilhaftigkeit des Konzeptes gegenüber anderen Lösungen sowie eine durchdachte Finanzplanung und ein finanzielles Reporting. Von zentraler Bedeutung sind außerdem ein darstellbarer Social Impact, eine finanzielle Renditeerwartung von 6 – 10% p.a., der Modellcharakter des Projekts sowie die Multiplizierbarkeit des Geschäftsmodells. Koinvestoren und eine Syndizierung mit anderen Investoren und Experten sind ausdrücklich erwünscht. Die laufende Überprüfung und gegebenenfalls Anpassung der Investitionskriterien erfolgt durch den Beirat.

Was unterscheidet BonVenture von anderen Venture Capital Fonds?

BonVenture achtet bei den Prüfung und Umsetzung von Projekten vorrangig auf den sozialen, ökologischen und gesellschaftlichen Mehrwert und sieht die finanzielle Rendite als notwendige Nebenbedingung.

Wie unterscheidet sich BonVenture von Stiftungen?
Von reinen Förderstiftungen unterscheidet sich BonVenture insbesondere durch die nachhaltige, langfristige und aktive Unterstützung von Projekten. Die Grenze zu operativen Stiftungen liegt sicherlich näher. BonVenture unterscheidet sich aber auch von diesen durch den langfristigeren Ansatz. Dazu gehört die Konzentration auf Projekte, die sich langfristig selbst tragen und damit unabhängig agieren können. Weitere Kennzeichen sind die Anpassungsfähigkeit bei geänderter Marktsituation (der Wille eines Stifters ist nur bedingt änderbar) und die höhere Flexibilität des Gesamtkonstrukts. Zudem bietet die BonVenture Gruppe einer Reihe von Personen eine gemeinsame Basis, um ihre gemeinnützigen Aktivitäten mit maximaler Effizienz zu bündeln und umzusetzen.