Das HealthTech-Startup Gardia hat eine Series-A-Finanzierungsrunde ĂŒber 8,5 Millionen Euro abgeschlossen, um sein mobiles Notfallsystem mit Sturzerkennung fĂŒr Senior:innen zu skalieren. Die Runde wurde vom europĂ€ischen Venture-Capital-Fonds Peak angefĂŒhrt, mit Beteiligung von amberra, dem Corporate Venture Studio der genossenschaftlichen FinanzGruppe und dem butterfly & elephant Accelerator von GS1 Germany. Bestehende Business Angels sowie die Investoren BONVENTURE, Dieter von Holtzbrinck Ventures (DvH Ventures) und Beurer investieren ebenfalls erneut.
Notfallhilfe weiterdenken: mobil, alltagstauglich und ohne Stigma
Gardia hat ein mobiles Notfallsystem speziell fĂŒr Senior:innen entwickelt. Im Zentrum steht ein unauffĂ€lliges Armband mit automatischer Sturzerkennung, das sowohl zu Hause als auch unterwegs funktioniert â ohne Smartphone. Hardware, Software, App und KI werden intern entwickelt und speziell fĂŒr den Einsatz durch Senior:innen konzipiert.
âZuverlĂ€ssige Sturzerkennung erfordert eine hochkomplexe und prĂ€zise technologische Entwicklung. Gleichzeitig sehen wir, dass viele bestehende Notfallsysteme im Alltag nicht genutzt werden, weil sie stigmatisierend oder zu kompliziert sind. Unser Ziel war es daher, eine technisch hervorragende Lösung zu entwickeln, die Menschen gerne tragen und die im Ernstfall zuverlĂ€ssig Hilfe leistetâ, sagt Marlon Besuch, Co-Founder und CEO von Gardia.
Gardia hat eine fĂŒnfstellige aktive Nutzerbasis im gesamten DACH-Raum erreicht und sich eine fĂŒhrende Position im Markt fĂŒr mobile Notfallsysteme aufgebaut. Dieses Wachstum wird durch hohe Nutzerbindung sowie die vollstĂ€ndige ErstattungsfĂ€higkeit durch deutsche Krankenkassen getragen, wodurch finanzielle HĂŒrden fĂŒr Senior:innen entfallen.
Eine zunehmende VersorgungslĂŒcke in der Altenpflege
Die Notwendigkeit solcher Innovation wird durch einen starken demografischen Wandel unterstrichen. Es gibt heute rund 97 Millionen Menschen im Alter von 65 Jahren oder Ă€lter in der EU, eine Zahl, die bis Mitte der 2030er Jahre auf ĂŒber 110 Millionen steigen dĂŒrfte. In Deutschland, wo 96 % der Senior:innen in privaten Haushalten leben, trifft der Wunsch, im eigenen Zuhause zu altern, auf einen wachsenden Mangel an PflegekrĂ€ften.
Dieser Trend fĂŒhrt zu einer dringenden Nachfrage nach unabhĂ€ngigen Sicherheitslösungen, insbesondere da in Deutschland jĂ€hrlich rund 5,7 Millionen Menschen ĂŒber 65 stĂŒrzen. Da diese VorfĂ€lle Betroffene hĂ€ufig daran hindern, selbst Hilfe zu rufen, erhöht eine verzögerte UnterstĂŒtzung das Risiko schwerer Verletzungen und langfristiger PflegebedĂŒrftigkeit erheblich. Mit steigenden Gesundheitskosten wird ein verlĂ€ssliches Sicherheitsnetz fĂŒr selbststĂ€ndig lebende Senior:innen zunehmend zu einer zentralen Notwendigkeit fĂŒr das Gesundheitssystem.
Starke Partnerschaften und eine klare Wachstumsstrategie
Mit dem Series-A-Kapital plant Gardia die Skalierung im gesamten DACH-Raum, die internationale Expansion sowie den weiteren Ausbau des B2B-GeschĂ€fts im Pflege- und Gesundheitssektor. Dieses Wachstum wird durch eine Partnerschaft mit Bosch unterstĂŒtzt, die einen 24/7-Notfallservice durch geschulte Spezialist:innen sicherstellt. NotfĂ€lle werden nach individuell definierten AblĂ€ufen inklusive klarer Eskalations- und Kontaktketten bearbeitet.
Durch die Kooperation mit Beurer, einem international fĂŒhrenden Unternehmen fĂŒr Produkte eines gesunden Lebensstils mit Vertriebsnetz in ĂŒber 100 LĂ€ndern, ist Gardia zudem ĂŒber etablierte Online- und stationĂ€re VertriebskanĂ€le verfĂŒgbar und damit in vertrauten Kaufumgebungen fĂŒr Familien prĂ€sent. Parallel arbeitet das Unternehmen an der nĂ€chsten Generation seines Notfallsystems.